Mein Weg mit Pferden

                                                                                                    Stute Jesse James mutig voran
Stute Jesse James mutig voran

 

....so und weiter geht's:

 

Nun für Diejenigen die noch mehr Text mögen und das Lesen lieben. Die erwähnten Namen in der Ray Hunt & Co. Rubrik stammen alle aus der Westernszene. Das war weiss Gott nicht mein Weg von Anfang an. Als junges Mädchen gab es in meiner Umgebung nur Englisch reiten, auf Schulpferden die es selbst wohl nie richtig gelernt hatten.

 

Immer schön zugeschnürt, Abteilungsreiten. Blasen an den Händen und wunde Oberschenkel waren normal und gehörten dazu. Dafür wuchsen meine Bizeps und eine Kochenhautentzündung am Steissbein begleitete mich von nun an ständig. Aber was tut man nicht alles um endlich ausreiten zu dürfen. Oft fragte ich ungeduldig, kann ich jetzt reiten? Meine Klassenkamraden hänselten mich schon, da sie das ganz klar konnten. Nur meine Eltern da anderer Meinung waren ,was der Begriff:" Ich kann reiten" wirklich aussagt. Noch heute weiss ich eigentlich nie so recht was ich auf die Frage:"Kannst du reiten?", antworten soll. Am besten du fragst das Pferd.Irgendwann war es dann soweit das ich ausreiten durfte, und ich von da an genau wusste : Das Sprichwort stimmt- Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.

 

Mit Mitte 20 wurde ich dann mit einer anderen Art der Reiterei konfrontiert. Da kam plötzlich weniger Druck ins Spiel. Eine Art Leichtigkeit, kein Klammern und Pressen . Keine Blasen und Abschürfungen mehr. Dingen wie Bodenarbeit und Freiheitsdressur, reiten nach klassischen Reitmeistern. Wow. Ich war beeindruckt. Ja das war es.

 

Ich lernte über die Anatomie und pferdefreundlicheres Reiten von Feldenkreis bis Sally Swift. Mein erstes eigenes Pferd kam, ich versuchte mich auch im Westernreiten, hatte aber wohl keine guten Lehrer. Jedenfalls war das weit von dem  entfernt was ich mit meinem Pferd wollte. Sollte es doch "gesund" geritten werden. Somit kam ich wieder davon ab und zu Phillipe Karl www.philippe-karl.com/ . Ich werde ihn jetzt mit dem Kürzel PK weiterhin erwähnen. Das war ein ganz grosser Aha Effekt, musste ich mich doch mit den Lehrmethoden der Légèreté und der englischen Reitweise nach FN auseinandersetzen. Ich war und bin völlig überzeugt was PK lehrt. Einige Kurse durfte ich mitmachen und übte fleissig mit meiner Stute. Diese Stute war schwierig, schreckhaft und dominant.

 

Es wurde etwas besser mit den Jahren aber nicht wirklich gut ( Heute weiss ich ,das ich damals noch nicht ganz verstanden hatte, wie ich ihr die Sicherheit vermitteln konnte die sie brauchte ). Und dann kam mein Umzug nach den USA. Die Stute blieb nach reiflicher Überlegung in Deutschland. Eine neue kam und mit ihr die Welt der "Cowboys". Sie war 4 und sollte gerade angeritten sein. Genau das was ich suchte, denn den Rest wollte ich alleine machen. Sie lehrte mich unglaublich viel, vor allem um Hilfe zu bitten. Ich kam mir vor wie ein Neuling. Noch nie musste ich ein Pferd einfangen das sich nicht einfangen lies,dazu noch in den Weiten der Prärie. Halftern, anfassen, satteln? Nein, Fehlanzeige. Ich schaffte es sie dann  irgendwann zu reiten, irgendwie. Ich hatte zwei schlimme Stürze und ein Bronco horse (diese vorzüglich buckelnden Pferde, die man auf den Rodeos sehen kann) und musste eingestehen das ich die Ausbildung des Kindergartens bei meinem Pferd verpasst hatte.

 

Und dann staunte ich nicht schlecht, als man es mir in einer Art und Weise zeigte, wie ich es bisher noch nie gesehen hatte. Ich war ja sehr ablehnend der Westernhandhabung gegenüber. Da ich es nie wirklich verstanden hatte und auch nie Qualität erlebte.

 

4 Jahre wurde ich nun intensiv eingeführt in die Geheimnisse einiger Cowboys. Schülern von Ray Hunt. Und wieder bin ich zu tiefst beeindruckt! Meiner Meinung nach lässt sich das Wissen gut mit dem von PK kombinieren. Klar es gibt ein paar Unterschiede, aber das soll jetzt nicht Thema sein. Sie wollen beide das gesunde Reiten, mit Gefühl der Leichtigkeit, mit einer Verbindung die man nur spürt, Hilfengebung, die man nicht sieht. Vertrauen zwischen Pferd und Mensch. Aber zuerst kommt der Kindergarten und danach die Universität. Es wird nichts, auch nur einen Schritt dazwischen aus zulassen. Das musste ich sehr schmerzhaft selbst erfahren. Ich bin zutiefst dankbar ,dass ich diese Cowboy- Menschen 4 Jahre begleiten und von ihnen lernen durfte. Und hoffe etwas von ihnen weitergeben zu können.

 

Frust endet, wo Verstehen beginnt.

 


Referenzen